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Gründung des Bayerischen Forschungszentrums für Interreligiöse Diskurse (BaFID) an der FAU Erlangen-Nürnberg

 

 

Fachtagung zum Konzept „Sexualität“ in Judentum, Christentum und Islam

 

„Das innovative Forschungszentrum wird einen wichtigen Beitrag leisten für die Annäherung der verschiedenen Religionsgemeinschaften und damit für die Integration von Menschen mit unterschiedlicher Religion und Herkunft“, so zitierte die Welt den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler fügte dem hinzu: „Mit dem Forschungszentrum zum Interreligiösen Dialog entsteht an der FAU ein Forum, um interreligiöse und interdisziplinäre Fragen noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit seiner Arbeit möchte es die Annährung und Verständigung zwischen verschiedenen Religionen weiter voranbringen, ein wirklich lohnenswertes Vorhaben.“ Im Nachtragshaushalt bewilligte der Bayerische Landtag nun die Bereitstellung von Mitteln für den Aufbau eines solchen Zentrums an der FAU Erlangen-Nürnberg. Das Bayerische Innenministerium trägt des Weiteren erheblich zur Sicherung des Finanzbedarfs in der Anfangsphase des Zentrums bei.

Für die seit 2016 existierende Forschungsstelle Key Concepts in Interreligious Discourses (KCID) ist dies ein Meilenstein. Bisher organisiert KCID unter der Leitung von Prof. Dr. Georges Tamer (Lehrstuhl für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft) Fachtagungen mit international renommierten WissenschaftlerInnen, auf denen Schlüsselkonzepte in den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam historisch, vergleichend und diskursiv untersucht werden. Die Ergebnisse publiziert KCID in Form von Tagungsbänden zu den jeweiligen Konzepten mit dem Verlag de Gruyter und organisiert öffentliche Podiumsdiskussionen, unter anderem mit der Stadtbibliothek Erlangen in der Reihe Erlanger interreligiöse Gespräche.

Im November 2018 unterzeichneten Prof. Dr. Georges Tamer und Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt) eine Kooperationsvereinbarung. Seitdem verfügt die Forschungsstelle über einen zusätzlichen Standort in Eichstätt.
Sämtliche Vorträge und Podiumsdiskussionen im Rahmen der Fachtagungen werden aufgezeichnet und der Öffentlichkeit auf dem KCID-Youtubekanal zur Verfügung gestellt. Zudem gibt es mit dem Videoprojekt „kurz erklärt“ (شرح سريع) ein neues Angebot, welches die wichtigen Grundsätze, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Judentum, Christentum und Islam auf Arabisch darlegt.

Podiumsdiskussion „Toleranz zwischen Juden, Muslimen und Christen – Realität oder Wunschdenken?“

Die bisher bestehenden Angebote der Forschungsstelle sollen beibehalten und mit den neu zur Verfügung stehenden Mitteln ausgebaut werden Des Weiteren können nun neue Stellen zur Erforschung von Judentum, Christentum und Islam geschaffen und den Zielen, eine „Archäologie des Wissens“ zu betreiben und die Wissenschaft in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, effektiv nachgegangen werden.
Das Forschungszentrum, das seine Arbeit im kommenden Herbst aufnehmen soll, möchte sich zudem noch stärker den Themenfeldern gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie Antisemitismus, Islamfeindlichkeit widmen und umfassende Angebote im Bereich der Fort- und Weiterbildung bereitstellen.

„Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt“, sagt ein altes arabisches Sprichwort. Der Anstieg rechtsextremer und rassistischer Gewalt, von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ist in höchstem Maße alarmierend. Auch Flucht und Migration stellen Deutschland vor neue und große Herausforderungen. Mit dem neuen Bayerischen Zentrum zur Erforschung interreligiöser Diskurse kann dem noch wirkungsvoller begegnet werden. Rassismus, Rechtsextremismus oder der Instrumentalisierung von Religion für extremistische Ideologien kann so wissenschaftlich fundiert entgegengetreten werden, womit ein wichtiger Beitrag zur Integration geleistet werden kann.

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