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Stellungnahme zum rechtsterroristischen Anschlag von Hanau

Stellungnahme der Forschungsstelle KCID zum rassistisch motivierten Verbrechen von Hanau

 

Wieder müssen wir erleben, wie rassistischer Hass unschuldige Menschen tötet. Wieder sind wir erschüttert, traurig, wütend, sprachlos angesichts mörderischer Menschenverachtung. Wieder empfinden wir Angst um den sozialen Frieden in unserem Land, um die Stabilität unserer freiheitlichen Demokratie, um das harmonische Miteinander in unserer Gesellschaft.

Zusammen mit allen Menschen guten Willens in Deutschland erheben wir heute die Stimme: Nein zu Rassismus jeglicher Art!

Nein zu Islamophobie!

Nein zu Antisemitismus in jeder Form!

Und das sagen wir nicht nur aus Respekt Menschen mit Migrationshintergrund und unterschiedlicher Religionszugehörigkeit gegenüber. Vielmehr lehnen wir solche zerstörerischen verabscheuungswürdigen Taten vehement ab, weil sie gegen uns alle gerichtet sind und weil sie eine ernsthafte Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden darstellen. Für Deutschland hat dies eine ganz besondere Bedeutung, denn die verheerenden Folgen desNationalsozialismus haben in der Selbstwahrnehmung der Deutschen tiefe und vielfältige Spuren hinterlassen: in der Art und Weise, wie sie die Welt politisch wahrnehmen und wie sie von der Welt wahrgenommen werden.

Rassistisches Gedankengut in welcher Form auch immer darf in Deutschland nicht geduldet werden. Das Verbrechen von Hanau darf nicht als die Tat eines geistig Verwirrten verharmlost werden; es bringt eine menschenverachtende Ideologie zum Ausdruck, die ein politisches Klima schafft, durch das die Gesellschaft immer weiter gespalten wird. Dass der Mörder von Hanau nach der Tötung unschuldiger Menschen sich selbst und seine Mutter tötete, demonstriert ganz klar, dass eine solche Gesinnung letztendlich selbstzerstörerisch ist. Es geht in erster Linie um die unmittelbaren Opfer solcher Hassaktionen, denen unser Mitgefühl gilt. Es geht aber auch im Ganzen um Deutschland, dem damit umfangreicher Schaden zugefügt wird.

Aus diesem Anlass bekräftigen wir erneut unseren Willen, durch unsere Erforschung der Grundlagen interreligiöser Diskurse die Annäherung zwischen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Herkunft zu stärken, die gegenseitige Verständigung zwischen den verschiedenen Gruppen in unserer Gesellschaft zu fördern und fundiertes Wissen umeinander zu verbreiten. Wir lassen uns nicht entmutigen, sondern stellen uns jetzt erst recht in den Dienst der Gesellschaft, deren Teil wir sind und von der wir wissen, dass sie Besseres verdient. Denn: „Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt!“

 

Prof. Dr. Georges Tamer

 

 

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